Sun Orbit, bietet zwei Energiegewächshäuser mit unterschiedlichen Anwendungsgebieten an. Einerseits das EPG I (Energy Power Greenhouse), welches ohne Öl und Gas auskommen kann. Mit einem cleveren Mix aus Sonnenenergie und Erdwärme kann das erreicht werden. Wenn es gelingt, Gewächshäuser ganz ohne Öl und Gas zu beheizen, sparen sie 90 % ihres Energiebedarfs. In unserem Testfeld bei Lörrach haben wir dies eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Das energieautarke Gewächshaus stellt eine intelligente und energieeffiziente Alternative für die Zukunft dar. Ziel der Pilotanlage bei der Demeter-Gärtnerei Berg ist es, konventionelle Energieträger durch erneuerbare zu ersetzen, um so den Energieaufwand für kleinere und mittlere Betriebe deutlich zu senken und einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Das Potential der erneuerbaren Energien ist noch nicht vollständig ausgereizt und wir forschen intensiv, um intelligente Lösungen für die Energiezukunft zu realisieren.

Gewächshäuser benötigen in den kalten Monaten reichlich Energie – in der Regel Heizöl –, um für die Pflanzen eine angenehme Temperatur zu schaffen. Rund 90 % des Gesamtenergiebedarfs beim Unterglasanbau gehen aufs Konto der Ölheizung. Mit unserem energieautarken Gewächshaus soll sich das ändern. Durch eine geschickte Kombination von Sonnenenergie und Erdwärme kommt es ohne konventionelle Beheizung aus: Im Sommer lagert das System Sonnenenergie ein, die es dann im Winter für die Pflanzenproduktion freisetzt. Eine spezielle Membranhülle verleiht dem 78 Quadratmeter großen Gewächshaus Leichtigkeit und mehr Transparenz und soll seine Wirtschaftlichkeit erhöhen. Unter dem Gewächshausdach sind leichte, dem Sonnenstand folgende Kunststofflinsen sowie Wasserleitungen montiert. Die Linsen lenken die Lichtstrahlen auf die Leitungen und erwärmen das darin zirkulierende Wasser – und wandeln es so in speicherbare Wärme um. Zu den Pflanzen dringt nur indirektes Sonnenlicht. Das verringert die Hitzebelastung der Pflanzen und fördert ihr Wachstum.

Über einen Warmwasserspeicher und fünf Erdwärmesonden wird die eingefangene Sonnenwärme 30 Meter tief in den Untergrund transportiert und dort gespeichert. In den kalten Monaten wird sie aus dem Erdspeicher wieder nach oben in ein Heizsystem geleitet. Das Erdreich fungiert somit als eine Art Pendelspeicher. Durch Kopplung mit dem geothermischen System können die Gewächshauskulturen mithilfe eines Niedertemperaturheizsystems in der kalten Jahreszeit zuverlässig frostfrei gehalten werden. Nicht nur die Pflanzen profitieren vom günstigen Klima im energieautarken Gewächshaus. Auch das eingesparte Heizöl trägt zum Klimaschutz bei. Das Gewächshaus kann in einem Jahr Sonnenenergie mit einem Energieinhalt einfangen, der rund 3.600 Litern Heizöl entspricht. Durch diese Menge Öl wurde bei ihrer Verbrennung 9,4 Tonnen fossiles CO2 in die Atmosphäre gelangen. Deutschlands Gewächshäuser haben hochgerechnet einen jährlichen Heizenergieverbrauch, der 728 Millionen Litern leichtem Heizöl entspricht. Das mögliche Einsparpotenzial ist hier also immens.